Globale Ökologische Wende Udo E. Simonis über Trends und Perspektiven einer globalen Ökologischen Wende

Die Corona-Krise hat weltweit zu einer Quarantäne-Situation geführt, in der jeder Einzelne und auch alle Wirtschaftsunternehmen und staatlichen Institutionen vor der Frage stehen: „Wie wollen wir zukünftig leben und arbeiten“? Die bisherige Behandlung der Pandemie hat immerhin vor Augen geführt, was politischer Wille, wenn er denn da ist, bewegen kann – doch sie hat erneut die weitreichende Verweigerungshaltung der (nationalen wie der internationalen) Politik entblößt, was den Umweltschutz im Allgemeinen und den Klimaschutz im Besonderen betrifft. Prof. Dr. Udo E. Simonis, langjähriges Kuratoriumsmitglied der Deutschen Umweltstiftung, schreibt vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in seinem aktuellen ePaper über Trends und…

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Mitfahrtafel Pilotprojekt für Mobilität im ländlichen Raum

Am 27. Mai 2019 nahm die Deutsche Umweltstiftung in der brandenburgischen Kommune Melchow die „Mitfahrtafel“ in Betrieb. Sie soll dazu beitragen, die Mobilität von über 400 Haushalten in Landkreis Barnim zu verbessern. Dank der Mitfahrtafel können Bürger*innen kostenlos private Fahrten im Landkreis vereinbaren – online und offline. Denn Mitfahrgelegenheiten können sowohl über die Internetseite als auch direkt an der digitalen Anzeigetafel in Melchow gebucht werden. „Mobilität ist Lebensqualität. Wir freuen uns sehr, Partner eines Projektes zu sein, in dem nachbarschaftliche Hilfe zu noch mehr Verbesserung der Lebensqualität beitragen kann“, sagt Ronald Kühn, Bürgermeister von Melchow und Schirmherr des Projekts. Mehr…

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Der Papst geht voran – seine Kirche zögert Jörg Sommer über die Umweltenzyklika Laudato Si’

Als Papst Franziskus am 18. Juni 2015 in Rom seine zweite Enzyklika vorstellte, die sich schwerpunktmäßig mit Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt, nannte er sie „Laudato Si’ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“. Papst Franziskus erklärt in der Enzyklika, dass der heilige Franziskus „eine Art Leitbild und eine Inspiration“ für ihn sei: „Ich glaube, dass Franziskus das Beispiel schlechthin für die Achtsamkeit gegenüber dem Schwachen und für eine froh und authentisch gelebte ganzheitliche Ökologie ist.“

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300 Jahre Nachhaltigkeit von Ulrich Grober

„Warum ein Buch feiern – oder gar lesen – das vor 300 Jahren eine „Anweisung zur wilden Baumzucht“ gab? Die Antwort ist kurz: Weil wir in der 1713 erschienenen „Sylvicultura oeconomica“ des sächsischen Oberberhauptmanns Carlowitz den Urtext unseres Nachhaltigkeitsbegriffs finden.

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Plädoyer für einen sorgfältigen Minimalismus von Ulrich Grober

Wenn wir mit Nachhaltigkeit als Leitidee Ernst machen wollen, müssen wir uns vor allem auf den Zeithorizont dieser Idee einlassen. Also die Perspektive einer langen Kette von Generationen nach uns einnehmen. Wie kommen wir immer wieder neu zu einer Balance von Selbstsorge, die ja keineswegs zu verachten ist, Fürsorge – als Teilhabe aller – und Vorsorge? Das ist eine enorme Herausforderung. Wir kennen ja die Bedürfnisse der zukünftigen Generationen gar nicht. Aber was wir tun können und sollten: Die Optionen offen halten, dass auf lange Sicht eine lebenswerte Existenz des Menschen auf dem blauen Planeten möglich sein wird. „Keep the options open!“ So hat das schon die Brundtland Kommission in ihrem Bericht über „sustainable development“ von 1987 formuliert. So wird dieses Konzept zu einem Werkzeug für das, was der US-Zukunftsforscher Otto Scharmer mit dem ziemlich genialen Ausdruck „leading from the emerging future“ bezeichnet: Im Einklang mit den wertvollsten Potentialen der Zukunft, wie sie heute schon hervortreten, handeln und führen. Ich verwende gern die Metapher von der schimmernden Perle, die in der harten und rauen Schale der Muschel heranwächst. Wir wären gut beraten, unsere Aufmerksamkeit auf das Wachstum der Perle und nicht der Muschel zu richten.

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Wem gehört die Welt? Jörg Sommer über die Renaissance der Allmende

Genau 100 Seiten umfasst das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, dass Stephan Pütz im Dezember 2012 zugestellt wurde. Die Essenz: Jean Pütz verliert sein Haus, seinen Grund und Boden. Nicht etwa, weil er seine Hypotheken nicht bezahlen konnte oder irgend ein Vergehen begangen hatte. Sein einziger Fehler: Sein Haus am Rande von Erkelenz stand dem Energiekonzern RWE im Wege. Der nämlich wollte dort Braunkohle abbauen. Und das in einem Umfang, der suggeriert, das Wort Energiewende sei noch nie gefallen. Der Braunkohleabbau in Nordrhein-Westfalen soll bis 2045 andauern und ein Gebiet von 4800 Hektar umfassen, rund 7000 Menschen sind von Zwangsumsiedelungen betroffen. Wenn das Recht des Bürgers auf Eigentum an Grund und Boden mit den Interessen der großen Konzerne kollidiert, geht es häufig so aus wie in diesem Fall.

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Die vier Dimensionen gelingender Beteiligung von Jörg Sommer

Unser politisches System befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Das Prinzip der parlamentarisch-repräsentativen Demokratie beruht darauf, komplexe Entscheidungen und die Interessen unterschiedlicher Gruppen durch gewählte Volksvertreter abwägen zu lassen. Das funktioniert nur, solange alle Beteiligten die so getroffenen Entscheidungen respektieren.

Aktuell sind jedoch die Signale für die Erosion der Strukturen unserer repräsentativen Demokratie unübersehbar. Einerseits erleben wir weitgehende Verweigerung der Teilnahme an Wahlen auf allen politischen Ebenen und politisches Desinteresse. Andererseits beobachten wir immer wieder geradezu explosionsartig anwachsende Bürgerproteste, die zu scharfen Konflikten führen und unsere aktuellen politischen Strukturen und Akteure überfordern. Offensichtlich haben die politischen Institutionen Legitimierung und Handlungsspielraum verloren.

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