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Deutsche Umweltstiftung

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(Berlin, 18.05.2015): Bio ist überall - der Siegeszug der Biolebensmittel ist in Amerika und Europa kaum mehr aufzuhalten. Immer mehr Menschen legen Wert auf die Herstellung ihrer Nahrung und ziehen Biolebensmittel konventionell hergestellter Nahrung vor. Inzwischen bieten selbst große Discounter ein breites Sortiment an Biolebensmitteln an. Wie aber passt das mit den Anfängen der Biobewegung und den damit verbundenen hohen Erwartungen der Verbraucher zusammen?

In seinem Buch begibt sich Peter Laufer auf eine lange Reise um die Herkunft seiner in den USA gekauften Bio-Walnüsse bzw. seiner schwarzen Bio-Bohnen zu klären und mehr über deren Herstellung zu erfahren. Dabei begegnet er einer Reihe unterschiedlichster Akteure der internationalen Bio-Branche und zeigt dabei sehr schön auf, wie sich die Bio-Branche in den letzten Jahren verändert hat. Schon früh wird dem Leser klar, dass die nostalgischen Anfangszeiten der Bio-Bewegung, als vorwiegend regionale und idealistische Kleinbetriebe die Branche prägten, lange passe sind. Bio ist heute ein weltweit funktionierendes und von den meisten Verbrauchern anerkanntes Qualitätssiegel.

Dies hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen der Bezeichnung Bio blind vertrauen und große Einzelhandels- und Nahrungsmittelkonzerne Bio für sich entdeckt haben. Die Verbraucher wollen gutes und gesundes Essen und sind oftmals bereit, für diesen Qualitätsanspruch auch mehr zu bezahlen. So wächst das Angebot an Biolebensmittel beständig und gerade Bauern aus ärmeren Ländern/Regionen nutzen den Umstieg auf Bio, um sich ein höheres Einkommen zu sichern. Dadurch gibt es Biolebensmittel inzwischen in nahezu allen Variationen und aus immer mehr unterschiedlichen Ländern.

Was aber bedeutet dies für den Qualitätsanspruch von Bio? Sind Biolebensmittel wirklich besser als konventionell hergestellte Lebensmittel und vor allem ist Bio wirklich immer Bio und wer kontrolliert das? Diesen Fragen geht Peter Laufer in seinem Buch nach und zeigt anhand von praktischen Beispielen die Probleme mit den Bio-Siegeln und den damit verbunden Zertifizierungen bzw. Kontrollen auf. Dabei entlarvt er eine Reihe von fragwürdigen Praktiken und zeigt auf, dass es für den einzelnen Verbraucher, selbst wenn er es möchte, zumeist sehr schwierig bis unmöglich ist, die genaue Herkunft und damit die genauen Herstellungsbedingungen eines Produktes ausfindig zu machen bzw. zu kennen. 

Am Ende bleibt sein Fazit jedoch trotz allem überwiegend positiv – entscheidend dazu beigetragen haben sicherlich seine Erfahrungen bei den einzelnen Erzeugern vor Ort. Eine Verbesserung der Kontrollen bzw. der Zertifizierungspraxis sowie eine weitere Stärkung des mündigen Verbrauchers sind nach Meinung Laufers jedoch unbedingt notwendig um die Qualität von Biolebensmitteln langfristig sicherzustellen und weiter zu verbessern.

Autor: Peter Laufer
Bio? Die Wahrheit über unser Essen
Residenz Verlag, € 19,90
ISBN 978-3-7017-3359-0

Die Auszeichnung „Umweltbuch des Monats“ wird von der Deutschen Umweltstiftung vergeben. Aus den monatlichen Preisträgern wird alljährlich im Herbst das „Wichtigste Umweltbuch des Jahres“ gewählt.

   

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