Logo der Deutschen Umweltstiftung

 

Weitere Informationen

 

Startseite / Energien / Vorstellung der Elektrizitätswerke Schönau

Vorstellung der Elektrizitätswerke Schönau

Stromrevolution der Bürger

Die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) sind aus mancherlei Gründen ein besonderes Unternehmen. Das fängt schon mit der Geschichte der Elektrizitätswerke Schönau an.

1986, nach dem Gau von Tschernobyl, begann eine Elterninitiative in dem kleinen Schwarzwaldstädtchen Schönau mit dem Kampf gegen die Atomenergie. Als der örtliche Netzbetreiber die Aktivitäten der Bürger, egal ob Energieeinsparung oder die Förderung umweltschonender Stromerzeugungsanlagen, ständig  behinderte, entstand die Idee, das Schönauer Stromnetz  zu kaufen, um in Zukunft die Rahmenbedingungen selbst zu bestimmen. Die Anti-Atom- Initiative ließ sich weder durch zwei Bürgerentscheide, noch durch überhöhte Forderungen in Millionenhöhe schrecken und so übernahm 1997 – einmalig in Deutschland – eine Bürgerinitiative das Stromnetz und die Versorgung ihrer Gemeinde. Die Presse sprach liebevoll von den „Schönauer Stromrebellen“, die „den Kampf David gegen Goliath gewonnen haben“ und der Sieg der Schönauer gegen die Atomlobby wurde bundesweit bejubelt.     

Als 1998 der deutsche Strommarkt liberalisiert wurde ging die Rebellion gleich weiter. Die EWS kündigten ihren bestehenden Stromlieferungsvertrag und belieferten künftig alle Schönauer Stromkunden nur noch mit Strom aus regenerativen Energien und Kraftwärmekopplung: Schönau war atom- und kohlestromfrei. Die EWS legte großzügige Förderprogramme für regenerative Energien und Kraftwärmekopplung auf, und so steigt seitdem der Anteil des umweltfreundlich erzeugten Stroms in Schönau kontinuierlich an: die Elektrizitätswerke Schönau sind bundesweit der Netzbetreiber mit dem größten prozentualen Anteil von Sonnenstrom im Netz und mit der höchsten Dichte kleiner Blockheizkraftwerke. Selbst die Schönauer Kirche ist mit Solarmodulen bestückt, wird mit einer Pflanzenölheizung beheizt und der Pfarrer, Freund und Mitstreiter der Schönauer Stromrebellen, macht seine Dienstfahrten mit einem umweltfreundlichem Rapsöl-PKW.

Bundesweiter Ökostromverkauf

Ein Jahr später, 1999, als auch der Strommarkt für Haushaltskunden geöffnet wird, kann die EWS auch bundesweit Kunden mit sauberem Strom  versorgen. Die Unternehmens-philosophie  der EWS beruht auf ökologischen Leitlinien, die nicht nur den Verzicht auf Atom- und Kohlestrom und die Förderung regenerativer Energien beinhalten, sondern auch die Reduzierung des Stromverbrauchs und die Unterstützung der Klima schonenden Kraftwärmekopplung (KWK). Dieses ökologische Gesamtkonzept ist schon seit Tschernobyl die Basis der Schönauer Aktivitäten und wird durch die Elektrizitätswerke Schönau konsequent fortgeführt.

So unterstützen die EWS die Stromeinsparung ihrer Kunden nicht nur durch Informationen, wie zum Beispiel die ständig überarbeiteten „Schönauer Strom- und Energiespartipps“ oder laufende Veröffentlichungen im Internet, sondern auch durch einen stromsparfördernden Tarif mit einem niedrigen Grundpreis. In der Diskussion um eine zukunftsfähige Energieversorgung kommt der Energieeinsparung und Energieeffizienz eine immer größere Bedeutung zu, denn schließlich ist die nicht verbrauchte Kilowattstunde die umweltfreundlichste Kilowattstunde überhaupt. Je besser es zudem  gelingt, den Energieverbrauch zu reduzieren und von dem hohen Verbrauchsniveau der Westeuropäer herunterzukommen, desto schneller ist auch die Umstellung auf regenerative Energien möglich.

Der Kraftwärmekopplung (KWK)  kommt unter dem Stichwort „Energieeffizienz“  in den Szenarien für eine zukunftsfähige Energieversorgung ebenfalls eine besondere Bedeutung zu -  daher hat die EWS auch einen kleinen Anteil gasbetriebener, hocheffizienter Kraftwärmekopplung in ihrem Strom Mix (5 % KWK, 95 % regenerative Energien)

Förderung ökologischer Stromproduktion

Mehr als 50  000 Stromkunden haben sich bereits bundesweit für die Elektrizitätswerke Schönau entschieden. Dabei ist nicht nur das konsequent ökologische Handeln im eigenen Netz und der saubere Strom Mix ausschlaggebend, sondern auch die Förderung neuer ökologischer Stromproduktion. Fast die gesamt verkaufte Strommenge stammt in 2007 aus sogenannten Neuanlagen (nicht älter als 6 Jahre) und zusätzlich fördert die EWS noch neue ökologische Stromproduktion ihrer Kunden. Eintausend Anlagen konnten Mitte 2007 auf diese Weise unterstützt werden –  Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerke, Biogas- und Wasserkraftanlagen. Die dezentrale Stromproduktion schafft Arbeitsplätze und Wachstum für eine nachhaltige Wirtschaft.

Motivations- und Ausstrahlungskraft

Die Elektrizitätswerke Schönau sind mehr als ein Stromversorger und ihre Ziele sind auch weitergehend. Die Elektrizitätswerke Schönau wollen Mut machen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, zu verändern und gestalten. Der Erfolg der EWS misst sich daher auch nur zum Teil an Zahlen von Kunden und geförderten Anlagen. Nicht messbar und bezifferbar ist die große Motivations- und Ausstrahlungskraft, die von Schönau ausgeht und viele Aktivitäten auslöst. So finden sich beispielsweise auf den Schönauer Stromseminaren immer wieder Menschen, die aus gleichem Interesse gemeinsame Projekte planen und ausführen. Auf diese Weise entsteht ein ständig wachsendes Netz von ökologisch bewussten und agierenden Initiativen.

Und nicht zuletzt wird „im eigenen Haus“ umgesetzt, was politisch gefordert wird. Auf dem Betriebsgebäude der EWS produziert eine Photovoltaikanlage Sonnenstrom, als „Strom erzeugende Heizung“ für das Bürogebäude wurde ein  Blockheizkraftwerk – eine Form der Kraftwärmekopplung – installiert.  

Preise für die EWS

Die Arbeit der Elektrizitätswerke Schönau ist immer wieder mit Preisen geehrt worden, zuletzt mit dem „Preis der Arbeit“. Mit diesem erstmals verliehenen Preis werden  Unternehmen gewürdigt, die „tatsächlich ökologische und soziale Verantwortung übernehmen, statt diese nur wie eine öffentlichkeitswirksame Monstranz vor sich her zu tragen“. So beschrieb die Schirmherrin Gesine Schwan das Anliegen dieser Auszeichnung, die im November 2006 vom „Forum Zukunftsökonomie e.V., einer Initiative von sechs Medien, und den dazu gehörigen drei Millionen Lesern vergeben wurde.

Über solche Auszeichnungen freuen sich nicht nur die 650 Gesellschafter und 22 Mitarbeiter der Elektrizitätswerke Schönau, sondern auch die 50  000 Kunden, die irgendwie ein besonderes Verhältnis zu „ihrem Energieversorger“ haben und gemeinsam mit den Elektrizitätswerken Schönau an der Vision einer atomstromfreien, zukunftsfähigen und gerechten Energieversorgung arbeiten.

Inzwischen haben die EWS am 19.6.07 in Berlin auch den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie „Sonderpreis“ erhalten. Der Deutsche Gründerpreis ist nach den Aussagen der Träger dieses Preises die bedeutendste Auszeichnung für herausragende Unternehmer.

Auszug aus der Begründung für die Preisvergabe an die EWS:  "Die überaus gelungene Verknüpfung von Ökonomischem Erfolg mit ökologischer sowie sozialer Verantwortung und die starke Kundenorientierung waren auch zentrale Argumente für die Jury des Deutschen Gründerpreises, die die Elektrizitätswerke Schönau mit dem Sonderpreis 2007 auszeichnet. Die Gründung zeige, so die Experten, dass es sich lohnt für seine Ziele zu kämpfen und dass sich Durchhaltevermögen am Ende auszahlt."

atomstromlos. klimafreundlich. bürgereigen.

Elektrizitätswerke Schönau Vertriebs GmbH
Friedrichstraße 53/55
79677 Schönau

Telefon: 076 73 / 88 85 - 0
Fax: 076 73 / 88 85 – 19
info@ews-schoenau.de

www.ews-schoenau.de

 

© Deutsche Umweltstiftung, Postfach 1355, 76713 Germersheim, Telefon: (07274) 47 67, E-Mail