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Jahrbuch Ökologie 2010 – Umwälzung der Erde. Konflikte um Ressourcen

Einband des JahrbuchesHerausgegeben von Günter Altner, Heike Leitschuh, Gerd Michelsen, Udo E. Simonis, Ernst U. von Weizsäcker

BEIRAT: Christine Ax, Hamburg; Thea Bauriedl, München; Jan C. Bongaerts, Freiberg; Paul J. Crutzen, Mainz; Hartmut Graßl, Hamburg; Rainer Grießhammer, Freiburg; Gjalt Huppes, Leiden; Martin Jänicke, Berlin; Ruth Kaufmann-Hayoz, Bern; Stephan Kohler, Berlin; Jobst Kraus, Bad Boll; Hans-Jochen Luhmann, Wuppertal; Barbara Mettler-Meibom, Essen; Klaus M. Meyer-Abich, Hamburg; Benno Pilardeaux, Berlin; Werner Schenkel, Berlin; Walter Spielmann, Salzburg; Michael Succow, Greifswald; Barbara Unmüßig, Berlin; Christine von Weizsäcker, Emmendingen

BEGLEITENDE INSTITUTE: BAUM - Bundesdeutscher Arbeitskreis für umweltbewusstes Management, Hamburg; Deutsche Umweltstiftung, Germersheim; Ecologic Institut, Berlin; Forschungsstelle für Umweltpolitik, Berlin; ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung, Heidelberg; IFF – Soziale Ökologie, Wien; INFU – Institut für Umweltkommunikation, Lüneburg; IÖW – Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung, Berlin; ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt a.M.; IZT – Institut für Zukunftsstudien & Technologiebewertung, Berlin; Öko-Institut, Freiburg, Berlin, Darmstadt; UfU – Unabhängiges Institut für Umweltfragen, Berlin, Halle; Umweltbundesamt, Berlin, Dessau; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; WZB – Wissenschaftszentrum, Berlin

INHALT

I. Wege aus der Weltkrise

II. Schwerpunkt Ressourcenkonflikte

III. Trends & Innovationen

IV. Vor-Denker & Vor-Reiter

V. Umweltinstitutionen

VI. Ökologie in Zahlen

Jahrbuch Ökologie 2010

„Seal a Deal“ – schließt einen Pakt zur Rettung der Welt! Der Generalsekretär der Vereinten Nationen meinte es ernst: Die Weltwirtschaft müsse sauberer, grüner und nachhaltiger werden; sie sei zu schmutzig, zu schwarz und nicht zukunftsfähig. Er suchte Unterstützung für seine Vertragsidee dort, wo er starke Verbündete vermutet – in der Wirtschaft. Und er forderte die Wirtschaftslenker auf mitzuhelfen, auch die politische Führung auf den Pakt einzuschwören. Es ginge schließlich um viel, um die Klimafrage, um den Erfolg der entscheidenden UN-Klimakonferenz in Kopenhagen. Es geht aber noch um viel mehr: Es geht um die Ressourcenfrage!

Die Kolonialgeschichte ist voller Beispiele von Ressourcenkonflikten; Plünderung, Gewalt und Übervorteilung waren ihre Kennzeichen. Konflikte nehmen zu und werden heftiger, wenn die Ressourcen knapper werden oder die Zahl der Nachfrager steigt. Wir sind ganz offensichtlich in einer (neuen) Phase der Konfliktverschärfung angelangt: Bei vielen nicht-erneuerbaren Ressourcen ist die maximale Extraktion (peak) überschritten, steht unmittelbar bevor oder ist bereits in absolute Knappheit übergegangen, während die Nutzung erneuerbarer Ressourcen überzogen wurde, erst noch aufgebaut werden muss oder zu neuartigen Widersprüchen führt. Die Weltbevölkerung nimmt weiterhin jährlich um 80 Millionen Menschen zu, wirtschaftlich dynamische Länder tauchen auf dem Weltmarkt auf und unternehmen vielfältige Anstrengungen, den Wettbewerb um Ressourcen zu ihren Gunsten zu verändern.

Wenn Wettbewerb entsteht, kommt es gelegentlich aber auch zu neuen Ideen und Konzepten. „Steigerung der Ressourceneffizienz“ und „Erhöhung der Materialproduktivität“ wurden zu Leitideen. Bei den erneuerbaren Ressourcen wurde Schonung zum Thema, bei den nicht-erneuerbaren Ressourcen steht Recycling seit geraumer Zeit oben an – neuerdings gar in Dimensionen, für die es im Deutschen noch gar keine Begriffe gibt: „urban mining“ und „waste mining“. Und es gibt Begrenzungskonzepte, die aus der Not geboren wurden: Weil die Grenzen der Biokapazität weit überschritten sind, weil die Spuren, die wir dem Planeten Erde aufdrücken und die Lasten, die wir ihm aufbürden, zu groß und zu schwer geworden sind, muss der „ökologische Fußabdruck“ kleiner, muss der „ökologische Rucksack“ leichter werden.

Aber wie soll das geschehen? Bessere Technik kann helfen, ein Faktor X ist möglich, Eco-Design muss her – sagen die einen. Aus der Wachstumsfalle heraustreten, Genügsamkeit zum Thema machen, Gerechtigkeit walten lassen – sagen die anderen. Die Entzündlichkeit der Welt ist ohne Zweifel größer geworden, doch Krieg um Ressourcen muss es nicht unbedingt geben, wenn, ja wenn die ökologische Lernfähigkeit zunimmt und der politische Wille zu smarter Regulation entsteht, die den Markt begrenzt und zugleich befriedet.

Das vorliegende Jahrbuch ist zeitlich umfassend, mit Rückblick in die Geschichte und Ausblick in die Zukunft. Es ist inhaltlich und konzeptionell voll spannender Ideen und Beispiele um die Erschließung, die Schonung und das Recycling von Ressourcen. Es zeigt, wie wir vom „Ressourcenfieber“ befreit werden können, wie die Wirtschaft schlanker, die Gesellschaft genügsamer, wie Institutionen zu Umweltkommissaren und Nachhaltigkeitsagenten werden können.

Und natürlich geht es auch um die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise. Wir, die Autoren und Gestalter des Jahrbuchs Ökologie haben sie kommen sehen, weil sie auf ungebremstem Wachstumsdrang, auf Gier, Rücksichtslosigkeit und institutionellen Schwächen beruhen, jenen Faktoren, die schon früh die Ökologiefrage hatten entstehen lassen. Wir haben daher die Beiträge zum aktuellen Krisendiskurs perspektivisch an den Anfang gestellt – darunter ein Beitrag in Englisch, die aufrüttelnde Rede des obersten Treuhänders des Planeten Erde. Diese Krisen-Beiträge sind inhaltlich klar und eindeutig: ökologischer Strukturwandel, Dematerialisierung, neue Balance zwischen Staat und Markt, langfristig tragfähige Lebensweise – Versuche der Verständigung über den ökologischen Imperativ.

Die Struktur des Jahrbuchs ist ansonsten unverändert, sodass auch diesmal neben den Perspektiven, Analysen, Trends und Innovationen die Rubriken Vordenker, Vorreiter, Umweltinstitutionen und Ökologie in Zahlen zu finden sind.

Bibliographische Angaben:
Umwälzung der Erde.
Konflikte um Ressourcen
Jahrbuch Ökologie 2010
Stuttgart: Hirzel Verlag 2009
248 Seiten. 17 Abbildungen. 11 Tabellen.
€ 19,80. ISBN 978-3-776-1768-8

 

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